Donnerstag, 13. September 2007

seefeld


das seefeld bringt mich um. und es ist schwierig, von einem toten totgeschlagen zu werden. denn was ich weiss: das seefeld lebt nicht. es passieren dinge, die niemanden interessieren. es ist ein dorf, kaff, irgendwie ans bellevue angehängt. auch die trams auf der seefeldstrasse machen nicht mehr als geradeausfahren. bezeichnend fürs seefeld: zwei tramlinien, zwei buslinien, und die ganze scheisse fährt nichts anderes als geradeaus.
ich arbeite hier. sehe jeden tag die gleichen mütter mit den gleichen kindern in immer neueren buggies. die sandwiches in den vitrinen sehen schön aus, die portionen sind kalkuliert, die bedienung frisch ab bauernhof, scheint es einem. dialog zwecklos. sowieso sind die menschen, die das seefeld bewohnen, kommunikationsbehindert. entweder sie sprechen nur babysprache oder dann englisch, weil sie mal in einem englischsprachigen land studiert haben. und während sie mit ihren kindern viel englisch-babysprache üben, tümmeln sie sich in den bioläden des seefelds, kaufen sich handseife und laufen geradeaus wieder nach hause. von dort rufen sie ihre männer und freundinnen an und erzählen ihnen, dass sie neue handseife gepostet haben. manchmal gehen die seefelder kaffeetrinken. in einem der cafés, die alle zum selben enterprise gehören.
es lohnt sich auch gar nicht, über diesen tümpel zu schreiben. für jetzt ist diese milieustudie abgeschlossen. bis ich des anderen belehrt werde. abgeschlossen.

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