Sonntag, 30. September 2007

the blood in your mouth



wir und die herrgottsfrühe: immer noch hungrig und durstig und ohne tisch.



zum anlass marie's älterwerden haben wir uns alle betrunken. die nachwirkungen freuen herrn und frau seltzer und mich irgendwie auch. samstagnacht war eine schöne nacht. whitney hat gesungen, die marie lief mit der kamera rum, confetti machte in roten kleidern dehnübungen, die bündner lieferten eine wassermelone und lots of peculiar action on the dancefloor, ich balancierte vodkaflaschen zwischen meinen beinen - alles in allem eine sauglatte fete.
heute wurde angestrengt versucht, den abend und die nacht mittels gedächtnisfetzen irgendwie logisch zu rekonstruieren - mission impossible, die zweiunddreissigste.
was wir wissen: wir waren böse. wir waren hungrig und durstig und unermüdlich wunderbar.

Freitag, 28. September 2007

take it!

dusty springfield's "piece of my heart" läuft in endlossschlaufe. this is the way i love my friday afternoons. zuerst sushi mit la bomba, viel telekommunikation mit kameraassistenten und dann so ein tolles lied, für immer und ewig. heute abend treff ich eine alte kunstturn-freundin zum trinksport und anschliessend hoffe ich doch sehr auf eine zusammenkunft der drei elektrischen.
meine mutter meinte zu meinem treffen mit der turnfreundin: "do you remember the time you hated her?" "no!" "you used to hate her. hated that she had become so green... alternative, wearing long dresses and stuff." "oh, right, i did hate her, then. i guess we've all stabilized." ich befürchtete sie würde mir erzählen, ich hätte die turnfreundin zu ermorden versucht, so wie ich das damals bei so einer klassischen "rahel" im kindergarten auch probiert hatte. "you don't remember? you tried to, like, strangulate her... with your hands."
"take another little piece of my heart now baby... break it! break another little piece of my..."
neben dem büro stehen übrigens mindestens hundert bauarbeiter! und ich arbeite bekanntlich in einem glaskasten (es ist hier drinnen kälter als draussen.)! ES IST LUSTIG! ich koch mir tee, schau dem kran zu und dem polizisten, der seinen töffhelm noch anhat - der kran hat keine bewilligung, dazustehen! ein saustall.
und jetzt noch einmal: "come on, come on, come on... take it! take another little piece of my heart now baby!"
ich bin glücklich.

Donnerstag, 27. September 2007

je vous regrette


ok, er hat die carte blanche.



heute t-shirt mit aufdruck: "fick dich, du bist definitiv im weg." die stimmung ist rundherum rosig, quasi, um präzise zu sein. die arschlöcher im tram werden nicht schneller und die bedienung in der videothek nicht besseraussehender. es ist zum schreien. wisst ihr, wenn denn die idioten wenigstens ein nettes äusseres hätten! es wär ihnen vieles vergessen. du darfst dir hundert jahre zeit nehmen, die 17-liter-zürisäcke unter dem förderband hervorzukramen, bist du das heilige produkt einer biologisch komplizierten begegnung zwischen clive owen und mads mikkelsen. ich bin gerne tolerant! lass es mich sein du misslungenes stück fleisch!
mütter mit kleinkindern, alte menschen, schwangere - alle zuhause bleiben! ich will nichts ins tram hinein bugsieren, ich will meinen sitzplatz nicht hergeben und ich will nicht lächeln!

ich hoffe, bis morgen habt ihr euch gefickt und seid mir definitiv nimmer im weg. das t-shirt muss in die wäsche.

übrigens: maria, es ist donnerstag - wir treffen später sune, den finanzminister und den psychisch angeschlagenen, der mich ignorierte - bring deine gummistiefel, ich bring meine, wir gehen ins vega.

always love.

Mittwoch, 26. September 2007

en kaerlighedshistorie


habe ich geschenkt bekommen.


in einem dänischen film habe ich einmal etwas sehr interessantes gesehen. ich wollte es sofort nachmachen.
da war ein mann, da war eine frau. sie hat ein alkoholproblem. geht in die rehabilitation, kehrt zurück, hat zusätzliche dachschäden, trinkt, geht fremd. dann das schönste bild aller zeiten: ihr ehemann kommt sie am darauffolgenden morgen abholen. seine frau steht nur mit einer daunendecke bekleidet vor einem hochhäuserkomplex. ihr ehemann geht zu ihrem loverboy hoch, haut ihm eine runter und verschwindet mit seiner frau in einem grossen volvo. auf dem nachhauseweg haben die beiden eine relativ grobe auseinandersetzung. er schlägt sie. schnitt. sex. schnitt. sie kommen aus dem hotel raus, fahren weiter nach hause.
eine der besten sexszenen überhaupt. dabei geht es mir weniger um die sexszene selbst als um die beweggründe dafür.

energie ist energie ist energie.

Donnerstag, 20. September 2007

vorhänge


das haus gegenüber von meinem - darin wohnen verschiedene bärtige männer. alle dunkelhaarig und alle ständig in holzfällerhemden. deswegen habe ich es zu meinem hobby gemacht, jeweils in fensternähe und topless zu bügeln. diese fern-pornographie ist praktisch: man muss sich nicht mal gross schminken, man sieht eh bloss die umrisse. das funktioniert auch umgekehrt. gestern abend, es hatte schon eingedunkelt, bin ich zufällig an meinem fenster vorbeigekommen, da erblickte ich im zweiten stock von gegenüber einen mann und eine frau, im bett sitzend, er streicht ihr übers haar. dann streicht er ihr übers gesicht. sie vergräbt ihr gesicht in seiner schulter. er hält ihren kopf in seinen händen. sie hockt wieder auf und der mann und die frau schauen sich an. ich drehte mich weg. das hat mich ein bisschen überrumpelt. ich war gerade dabei gewesen, eine zwiebel anzubraten, und dann seh ich sowas. ich setzte mich auf den bettrand und schaltete auf leerlauf. ich hörte in der küche die zwiebeln zischen. auf dem weg in die küche schaute ich nochmals nach dem mann und der frau.
manchmal fühle ich mich so ordinär.

Mittwoch, 19. September 2007

unfertig

kitty hat mir die haare geschnitten. heute habe ich gemerkt - total asymmetrisch. i will hunt you down.
jetzt weiss ich auch, wieso mich die männer ignorieren: kitty hat mir die haare geschnitten. wobei das mit dem ignorieren schon früher begonnen hat. so als ich ins gymi kam.
die tradition der männlichen weltbevölkerung, mich zu ignorieren hat auf meiner seite nichts anderes bewirkt, als dass ich mein von ihnen abhängiges selbstwertgefühl durch massenhaft arroganz zu kompensieren versuche.

happily ever after, that is me.

Montag, 17. September 2007

rucksacktourismus


in diesem baum bin ich aufgewachsen.


heute in der migros war ein mann, der denselben rucksack trug wie ich. fjäll raven, er schwarz, ich blau, er noch beim gemüse, ich schon lange bei den kohlenhydraten. als ich ihn jedoch sichtete, peperoni und alles, beschloss ich, so zu tun, als würde ich tatsächlich eine avocado für 2.90 kaufen. er bemerkte mich nicht. also ging ich weiter. ein typ mit wägeli kam mir entgegen. brille, nett, lächelt mich an, aber - du kaufst kaum für deine fussballmannschaft ein du faules architektenschwein, sondern für deine familie. never trust a guy with a wägeli.
an der kasse erblickte ich den anderen fjäll raven nochmals. er hatte sogar einen helm dabei! ich verliebte mich augenblicklich und packte meine dann-doch-nicht-kohlenhydrate so ungeduldig in meinen blauen fjäll raven ein, dass ich bei weitem vor meinem goldjungen mit einpacken fertig war. scheisse. also stand ich noch ein wenig in der eingangshalle der migros wengihof rum (très à la mode), um dann zuzusehen, wie mein rucksackseelenverwandter, ohne mich wahrzunehmen, aus meinem leben verschwand.

als ich zu hause ankam, merkte ich, dass ich vergessen hatte, coke light zu posten.
so machte ich mich also auf den weg in den coop am albisriederplatz.

die wirtschaftsstudenten


die uni hat wieder begonnen. das finden wir nur lustig, wenn johnny dieselben kurse besucht, wie wir. seit wir ihn vor einiger zeit unseren kommilitonen nennen durften ist er aus unseren herzen nimmer entschwunden. unser zusammmenstudieren dauerte bedauerlicherweise bloss ein semester. seither - the big search party.
während wir mitschrieben und anstrichen schaute ich unzählige male auf und zu ihm, dachte an die schönen locken, die unsere kinder haben würden. ich überlegte mir, ob es sehr verwerflich wäre, während der grossen pause im lichthof sex zu haben.
vor den weihnachtsferien sprach er dann zu mir. es war einer dieser momente, in denen man sich nackt wünscht. er sprach zu mir und ich sprach zurück, sagte so etwas wie: "elettra." - stieg über die tische zu ihm hinüber und es war ein moment, in dem ich gerne nackt gewesen wäre.
danach sah ich ihn nie wieder.
johnny, wo bist du?
auch ohne ihn, das semester muss ok werden, ich werde viel tupperware mit viel schweinereien füllen und mit den marien unsere headquarters unter die polyterrasse verlegen.

frage in die runde: was machen wir mit den wirtschaftsstudenten?

Samstag, 15. September 2007

"es war so kalt."


dieses foto ist gut.

gerüstebau


paw hat gesagt: gerüstebauen ist der bestbezahlte job beim bau. kann ich mir vorstellen. und paw verdient beim gerüstebauen so viel geld, dass er es sich leisten kann, anständig drogen einzukaufen. als ich ihn sah, im vega, hatte er morphin geschluckt. gegen die zahnschmerzen. er kiffte. der mann ist fantastisch, ich habe ihn auf der strasse in kopenhagen kennengelernt. "what do you do?" "scaffolding." ein englisches wort, das ich mir sonst nie hätte merken können. ich denke oft einfach: "scaffolding."
die maria sagt's richtig, er sieht ein bisschen böse aus, paw, wie ein kleiner junge, der die puppe seiner schwester angezündet hat. nur in gross und mit gras.

neben meinem büro bauen sie also ein gerüst, ich schaue zu und denke über diesen beruf des gerüstebauers gut nach.

weststrasse


da waren wir heut nacht. wobei - die anderen sind immer noch da, ich hab mich ums eck nach hause verzogen. monsieur croc fand, mein verschwinden seie eine schande für die familie. das kann sein, allerhöchstens, aber verpassen tu ich nichts.
alles gute leute, bestimmt, aber nichts im vergleich zum norweger gestern. oder zu einem abendessen des marienkranzes. ich amüsier mich nicht. ich kämpfe mit meinem lippenstift und überlege, ob es sehr dämlich wäre, nur wegen grüntshirt in der küche ein bier zu holen. meistens entschliesse ich mich in solchen abendlichen, rotlicht-nahen momenten für eine ultimative dämlichkeit meinerseits, und lasse also jeweils alles stehen und liegen (inklusive la famiglia) und geisterfahre nach hause.

ich habe schon jetzt ein schlechtes gewissen, weil ich weiss, dass ich morgen lange schlafen werde.
erinnert mich daran, dass ich "fear and loathing" an den besitzer retournieren muss.

Freitag, 14. September 2007

klatsch the gas


seit kürzester zeit ist mir offiziell erlaubt, gefährlich zu sein: das strassenverkehrsamt hat mir einen führerschein ausgestellt. ich freue mich, wenn man mir vertrauen schenkt.
jetzt macht die marie auch noch ihren schein und dann sind wir komplett ausgerüstet und nichts kann uns bremsen. ausser sehr kleine kinder. die marie sieht man übrigens oben im bild. ich habe heute meinen briefkasten nach ihr benannt. es war eine schöne taufe! das catering war super.

the north face


gestern bin ich nach hause geradelt wie sonst nur der ritter radeln kann. flitziflitzi.
es war ein mann in unserer wohnung. ein neuseeländer, völlig verwirrt, ich habe selten so langsames englisch zu hören bekommen. dann kam ein deutscher, der selbsternannte "christoph aus bayern" - etc. wohnungsbesichtigung. ich glaube, ich werde auch ohne freies zimmer bei uns in der wohnung wöchentlich solche castings durchführen. mit immer schöneren anforderungen an den, ja, zukünftigen mieter: du hast schon mal in norwegen holz gehackt und bist nebenberuflich fussmasseur. idealerweise bist du im vorstand von absolut.
auf jeden fall tauchte dann irgendwann später am abend ein freund meiner dänischen mitbewohnerin auf - ein norweger. ob ich mit auf ein bier käme? dafür sähe ich gerade nicht gut genug aus, fand ich. ob ich trotzdem mit auf ein bier käme? ok. multiplizieren wir das eine bier mit einer beliebigen zahl und schauen, was passiert: besoffen rede ich eben doch am besten dänisch. der norweger hat mir von seinen schokolade-anfällen erzählt. eine spannende krankheitsgeschichte. beginnt in den neunzigern. aber im normalfall seien es zwei tafeln pro tag. bevorzugt ab 70 % kakao.
später wollten mich die beiden überreden, dem skandinavischen ruderclub von zürich beizutreten. meine neugierde wurde durch sporadische kommentare über trunkene saunabesuche um 3 uhr in der früh massiv bestärkt.
ich überleg's mir. bedingung ist, dass man eine skandinavische sprache spricht. ich werde mich heute abend erneut betrinken und also dänisch üben.
this is multitasking.

Donnerstag, 13. September 2007

die verantwortlichen

mein quasi-ex-freund hat eine neue freundin. das freut mich. es beschreibt den lauf der dinge. zumindest seinen lauf der dinge, weil ich hier merke, dass unsere läufe der dinger sich nicht decken.
bevor er mich kennenlernte, hatte er eine freundin. lange sache, hätten sich irgendwann aus langeweile und seiner idee des "laufes der dinge" fortgepflanzt. was sie nicht taten, da ich eines verrückten tages lächelnd in ihr leben trat. am gleichen tag noch beschloss er, sich dem lauf der dinge hinzugeben, und das hiess in jenem fall: nach helsinki fliegen, sich von langjähriger freundin trennen um mit mir nackte tatsachen auszukundschaften. es war aufregend. es war schön, immer war es schön, und immer war alles eingebettet in viel tränen und briefe, fotos von einem blonden mann und einer dunkelhaarigen frau lagen auf meinem nachttischchen, drei monate lang. bis ich eines tages merkte, dass das weinen nicht mehr rahmenveranstaltung, sondern hauptevent geworden war. ich trennte mich. unter der hardbrücke. es war früh am morgen. jemanden am morgen zu verlassen ist absurd. es ist die falsche tageszeit. doch wer geht schon am abend? in der nacht? von der nacht denkt man: die darf ich noch haben. die darf ich mir noch nehmen. das ist noch inklusive. ich habe erst auf morgen früh gekündigt. scheisse, wie wir uns selbst verarschen, pausenlos.
es vergingen drei monate in denen wir nicht miteinander sprachen. einen monat lang glaubte ich: ok, das war's. hier bleibe ich stehen, den rest meines lebens. ich stellte mich auf eine chronische depression ein.
die logische überlegung rechtfertigte meine depression nicht und deswegen entschliess sich mein kopf zur besserung. ich verlasse dich = i don't cry over you and get depressed = steh zu deiner entscheidung, die hast du nicht aus spass getroffen.
was meinen zustand jedoch sehr gut beschrieb, war der viel spätere kommentar meiner mitbewohnerin über ihren ex-freund: "i'm fine, i'm over him. he was the one who left me. so he is the one who has to live with the decision of leaving me his entire life. whereas me - i only have to accept. accept his decision, which he is responsible for, and he knows that."
jedenfalls verwandelte sich meine depression in gleichgültigkeit, und in diesem zustand befinde ich mich ever since. "na und?" - genau so.
und jetzt kommt der blonde mit einer neuen. fünf monate nach mir. er sprang von seiner ex zu mir. er springt von mir zur neuen. vielleicht geht es für ihn nur so weiter. bis er einmal die kraft hat, jemanden von sich aus zu verlassen? ohne versprechende neue perspektiven? ich hoffe es. dann kann er alleine sein. ganz alleine. alleine, weil er sich dafür entschieden hat. das ist das einzig wahre alleinesein und deswegen auch obligat, mindestens zwei mal im leben. jemanden ehrlich verlassen um anschliessend anständig zu pausieren. seine entscheidungen gelten und auch schmerzen lassen.

es irritiert mich leicht, dass er eine neue hat. natürlich.
wobei, wenn ich ehrlich bin, ist es mir gleichgültig.

seefeld


das seefeld bringt mich um. und es ist schwierig, von einem toten totgeschlagen zu werden. denn was ich weiss: das seefeld lebt nicht. es passieren dinge, die niemanden interessieren. es ist ein dorf, kaff, irgendwie ans bellevue angehängt. auch die trams auf der seefeldstrasse machen nicht mehr als geradeausfahren. bezeichnend fürs seefeld: zwei tramlinien, zwei buslinien, und die ganze scheisse fährt nichts anderes als geradeaus.
ich arbeite hier. sehe jeden tag die gleichen mütter mit den gleichen kindern in immer neueren buggies. die sandwiches in den vitrinen sehen schön aus, die portionen sind kalkuliert, die bedienung frisch ab bauernhof, scheint es einem. dialog zwecklos. sowieso sind die menschen, die das seefeld bewohnen, kommunikationsbehindert. entweder sie sprechen nur babysprache oder dann englisch, weil sie mal in einem englischsprachigen land studiert haben. und während sie mit ihren kindern viel englisch-babysprache üben, tümmeln sie sich in den bioläden des seefelds, kaufen sich handseife und laufen geradeaus wieder nach hause. von dort rufen sie ihre männer und freundinnen an und erzählen ihnen, dass sie neue handseife gepostet haben. manchmal gehen die seefelder kaffeetrinken. in einem der cafés, die alle zum selben enterprise gehören.
es lohnt sich auch gar nicht, über diesen tümpel zu schreiben. für jetzt ist diese milieustudie abgeschlossen. bis ich des anderen belehrt werde. abgeschlossen.